Die Show

Geschichte

Die Aufführung der Passion Christi knüpft an an die mittelalterliche Tradition der Mysterienspiele

FRÜHE NEUZEIT

Die Aufführung der Passion Christi knüpft an an die mittelalterliche Tradition der Mysterienspiele, so wie sie in der Osterzeit in den Kirchen zur Aufführung kamen und Szenen aus dem Leben Jesu, der Apostel oder der Muttergottes wiedergaben, und der sogenannten Tropen, kleinen Musik- und Texteinlagen, mit denen die Hymnen und liturgischen Gesänge jener Zeit ausgeschmückt und glanzvoll erweitert wurden. Die Ursprünge dieser Tradition sind um das 10. Jahrhundert in Okzitanien zu suchen, obwohl die Tropen von verschiedenen Historikern bereits ins karolingische Frankreich des 8. bzw. 9. Jahrhunderts vorverlegt werden.

Seit ihren uns bekannten Anfängen wurde die Passion von Esparreguera stets in katalanischer Sprache aufgeführt. Sie gehört somit zu den wenigen Bereichen, die sich gegenüber den kontinuierlichen Verboten und Verfolgungen unserer Sprache haben behaupten können.

Im Lauf der Zeit nahmen die Aufführungen ein sich immer mehr dem Theatralischen zuwendendes Format an, das weit über eine bloße Verlesung der heiligen Schriften hinausging. Dialoge zwischen verschiedenen Personen und immer bedeutender werdende Musik- und Texteinlagen weltlichen Charakters rückten so fortschreitend in den Vordergrund. Im 14. Jahrhundert finden wir so bereits szenisch konzipierte Veranstaltungen, die auch auf Straßen und Plätzen gezeigt wurden und im damaligen Katalonien tiefe Wurzeln schlugen. Im Zuge dieser weitgehend volkstümlich geprägten Aufführungspraxis kam es dann schließlich auch zur Aufgabe des Lateinischen, an dessen Stelle nun vorrangig die katalanische Sprache treten sollte. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Passion in Esparreguera seit ihren uns bekannten Anfängen stets in katalanischer Sprache aufgeführt wurde. Sie gehört somit zu den wenigen Bereichen, die sich gegenüber den kontinuierlichen Verboten und Verfolgungen unserer Sprache haben behaupten können.

GEGENWART

Angesichts einer immer stärker hervortretenden Präsenz weltlicher Elemente undeines betont volkstümlichen Charakters der Aufführungen sah sich das Konzil von Trient (1545-1563) dazu veranlasst, diese szenischen Darbietungen aus dem Kirchenraum zu verbannen. Dieses Verbot aber führte im Gegenteil zu einer noch tieferen Verwurzelung der Spiele bei der Bevölkerung, da die Organisation und die Finanzierung dieser Aufführungen in den Händen der verschiedenen weltlichen Zünfte lag. Zu jener Zeit dürfte die Passion von Esparreguera wohl zur Reihe der Passionsorte am Llobregat-Ufer gehört haben, einem der diesbezüglich aktivsten und dem Passionsgedanken am meisten zugetanen Gebiete im Katalonien des 17. und 18. Jahrhunderts. Dann aber begann eine Zeit gezielter weltlicher wie kirchlicher Verbote der Passionsspiele, die sich über das gesamte 18. und 19. Jahrhundert hinzog und so dazu führte, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast nirgendwo mehr Darbietungen dieser Art zu finden waren. Die Passion von Esparreguera aber konnte sich über alle Verbote hinwegsetzen und verstand es, ihre ererbte Tradition zu wahren und à jour zu halten.

Die Passion von Esparreguera muss im Zusammenhang mit den Passionsortenam Llobregat-Ufer gesehen werden, einem der diesbezüglich aktivsten und dem Passionsgedanken am meisten zugetanen Gebiete im Katalonien der frühen Neuzeit.

Tragischerweise war Esparreguera im Lauf seiner Geschichte immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, wodurch es wiederholt zur Zerstörung und Plünderung von Dokumentarbeständen und Archiven weltlicher wie kirchlicher Art kam. Aus diesem Grund besitzen wir heute (vorbehaltlich zukünftiger Funde) keine schriftlichen Zeugnisse mehr aus der Zeit vor 1875. Angesichts dieser Lage der Dinge gewinnen mündliche Quellen und von Eltern auf Kinder übertragene familiäre Traditionen zunehmend an Bedeutung. Gewissen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengetragenen Aussagen ist so etwa zu entnehmen, dass es bereits Ende des 18. Jahrhunderts zu szenisch gestalteten Aufführungen der Passion Jesu auf dem Kirchenplatz kam. Die Rede war sogar von der Existenz eines abhanden gekommenen Dokuments, in dem auf entsprechende Darbietungen in Esparreguera bereits im Jahre 1588 Bezug genommen wird. Tatsache aber ist, dass wir heute noch auf der Suche nach schriftlichen Zeugnissen zu den Ursprüngen unseres traditionellen Erbes sind.

Tragischerweise war Esparreguera im Lauf seiner Geschichte immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, wodurch es wiederholt zur Zerstörung und Plünderung von Dokumentarbeständen und Archiven weltlicher wie kirchlicher Art kam. Aus diesem Grund besitzen wir heute (vorbehaltlich zukünftiger Funde) keine schriftlichen Zeugnisse mehr aus der Zeit vor 1875. Angesichts dieser Lage der Dinge gewinnen mündliche Quellen und von Eltern auf Kinder übertragene familiäre Traditionen zunehmend an Bedeutung. Gewissen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengetragenen Aussagen ist so etwa zu entnehmen, dass es bereits Ende des 18. Jahrhunderts zu szenisch gestalteten Aufführungen der Passion Jesu auf dem Kirchenplatz kam. Die Rede war sogar von der Existenz eines abhanden gekommenen Dokuments, in dem auf entsprechende Darbietungen in Esparreguera bereits im Jahre 1588 Bezug genommen wird. Tatsache aber ist, dass wir heute noch auf der Suche nach schriftlichen Zeugnissen zu den Ursprüngen unseres traditionellen Erbes sind.

ZEITGENÖSSISCHES ZEITALTER

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts kam es überall in Katalonien zu einer Expansion des Theaters als spezifisch vorgesehener baulicher Rahmen für Schauspiele. Und gerade aus dieser Zeit findet sich ein Schriftstück, in dem die Passionsspiele zum ersten Mal konkret dokumentiert werden, und zwaraus Anlass der Aufführung im Jahr 1875 im Theater La Siempreviva, mit Texten von Fra Anton de Sant Jeroni und Musik der Familie Monné.

Um die Jahrhundertwende kam es in Esparreguera zu einem Aufblühen von kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Vereinigungen.

Um die Jahrhundertwende kam es in Esparreguera zu einem wahren Aufblühen der verschiedensten kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Vereinigungen. Der im Jahr 1882 dokumentierten Gründung des Vereins L’Estrella folgten weitere Initiativen ähnlicher Art, so etwa die Gesellschaften Porvenir Esparraguerense oder La Alianza, und so ergab es sich wie von selbst, dass die Passion im Jahr 1901 gleich in zweifacher Ausgestaltung zeitgleich zur Aufführung gebracht wurde: zum einen im Theater La Siempreviva und zum anderen in der Fassung von La Alianza (aufgeführt im Teatre Nou, dem späteren Teatre Modern d’Esparreguera und dem noch späteren Theater L’Estrella). Diese Duplizität jedoch war nur von kurzer Dauer; die Passion in der Version von La Siempreviva verfiel zusehends und gelangte schließlich nicht mehr zur Aufführung. Andererseits kam es 1910 zur Auflösung von La Alianza, sodass die Passionsspiele unter der Schirmherrschaft einer Reihe von Privatleuten weitergeführt werden musste, bis im Jahr 1915 schließlich die Theatertruppe Foc Nou gegründet wurde. Fünf Jahre später bildete sich der Verein L’Ateneu Nacionalista, der 1928 ein eigenes Theater eröffnen konnte und dort seine Fassung der Passion auf die Bühne brachte. Diese direkte Konkurrenz mit der Version von L’Estrella rief bei beiden Veranstaltern eine Finanzkrise hervor, in deren Folge die Stadt über sechs Jahre hin ohne Passionsspiele blieb. Nach diesem Tiefpunkt kam es in den Jahren 1935 und 1936 zu einer erneuten Aufnahme der Vorstellungen, bei denen sowohl L’Estrella wie L’Ateneu beachtlichen Erfolg verzeichnen konnten.

Durch den Ausbruch des Bürgerkriegs mussten die Vorstellungen bis zur Gründung des Passionspatronats im Jahr 1940 eingestellt werden.

Mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs ergab sich zwangsweise eine weitere Unterbrechung der Passionsspiele, die bis zur Wiederaufnahme der Aufführungen im Jahr 1940 anhielt. Dem Theater L’Estrella gelang es damals gegen allen Widerstand, eine erneut in katalanischer Sprache gehaltene Passion durchzusetzen. Gegen Ende dieses Jahres kam es dann zur Gründung des sogenannten Passionspatronats, das im Jahr daraufmit der Schaffung eines von den Kulturbeauftragten des Franco-Regimes spezifisch ins Leben gerufenen Passionsausschussesunter der Leitung des damaligen Bürgermeisters der Stadt von der Kultur- und Freizeitorganisation Educación y Descanso übernommen wurde. Noch im Jahr 1941 wurden die Aufführungen der Passion endgültig in das Theater L’Ateneu verlegt und blieben dort bis 1968. In dieser Zeit zeigten sich die Passionsspiele in voller Blüte als ein kulturelles Massenphänomen, bei dem die Zahl der jährlichen Vorstellungen dank des großen Zulaufs auf zehn bzw. elf erweitert werden musste.

Ab 1941 wird die Passion von Esparreguera zu einem kulturellen Massenphänomen, bei dem die Zahl der bislang angesetzten Vorstellungen auf zehn bzw. elf erweitert werden musste.

Zu Beginn der fünfziger Jahre sah sich die Passion von Esparreguera zu einer gewissen Modernisierung gezwungen. Der im Original aus dem Jahr 1772 stammende Text von Fra Anton de Sant Jeroni entsprach kaum mehr dem Geschmack der Zeit und musste durch eine neue Version ersetzt werden. Diese Aufgabe wurde den Pfarrer Marçal Martínez übertragen, dessen Fassung zwischen 1952 und 1959 auf die Bühne kam. Wenig später wurde eine weitere Textversion in Auftrag gegeben, und zwar bei Ramon Torruella, einem mit der Passion eng verbundenen einheimischen Dichter, der bereits in der Vergangenheit bei der Bearbeitung der alten Texte beteiligt war und verschiedene neue Szenen verfasst hatte. Diesmal jedoch legte er 1959 einen vollkommen neu geschriebenen Text von größter theatralischer Dramatik vor, auf den ab 1960 zurückgegriffen werden konnte. 

Angesichts des großen Erfolgs, dessen sich die Passion von Esparreguera erfreuen durfte, erwies sich das Theater L’Ateneu zusehends als zu klein, sodass man den Bau des heutigen Passionstheaters in Angriff nahm, das 1969 eingeweiht werden konnte.

Angesichts des großen Erfolgs, dessen sich die Passion von Esparreguera erfreuen durfte, erwies sich das Theater L’Ateneu zusehends als zu klein, sodass man bereits in den fünfziger Jahren begann, sich Gedanken über den Bau eines neuen, größeren und in bühnentechnischer Hinsicht besser ausgestatteten Hauses zu machen. Auf diese Weise entstand das heutige Passionstheater, das 1969 eingeweiht werden konnte und seither alle Aufführungen der Passion auf sich konzentriert.

Im Hinblick auf die musikalische Begleitung steuerte der ortsansässige Komponist Josep Borràs außerdem eine für die Passion völlig neu geschriebene Partitur für Orchester und gemischten Chor bei, die bei allen Aufführungen live zu Gehör gebracht wird.

So gestaltet sich nun also die heutige Passion von Esparreguera:im neuen Gewand und in freudiger Erwartung seines werten Publikums.

Jahrhundert XX

1900 bis 1920

Grup de Governants (1906)

Jesús davant de Pilat (1923)

Entrada a Jerusalem – La Estrella (1926)

1920 bis 1940

Entrada a Jerusalem (1926)

Sant Sopar (Teatre de l’Ateneu, 1935)

Magdalena (1928)

Crucifixió (1935)

Entrada a Jerusalem (1936)

Jesús davant Pilat (1934)

1940 bis 1960

Sant sopar (1941)

Baptisme de Jesús (1948)

Sermó de la muntanya (1958)

1960 bis 1980

Sessió del Sanedrí (1960)

Convesió de la samaritana (1970)

Entrada a Jerusalem (1979)

1980 bis 2000

Escena (1985)

Entrada a Jerusalem (1996)

Entrada a Jerusalem (1997)

La Passió d’Esparreguera fou declarada d’interès nacional l’any 1983.

Die Aufführung

DER TEXT